
Manche Kinder und Jugendlichen brauchen mehr als Unterbringung. Sie brauchen einen Ort, der Halt gibt.
Unsere koedukativen Intensivwohngruppen bieten Schutz, Alltag und verlässliche Begleitung auf Zeit. Für junge Menschen, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können und einen Rahmen brauchen, der Sicherheit und Entwicklung wieder möglich macht.
Die koedukativen Intensivwohngruppen
Wenn ein Kind oder Jugendlicher nicht mehr in der Herkunftsfamilie leben kann, reicht ein Dach über dem Kopf nicht aus. Es braucht einen Ort, der Schutz gibt, Beziehung möglich macht und im Alltag trägt.
Genau das wollen unsere koedukativen Intensivwohngruppen sein. Hier leben Jungen und Mädchen mit unterschiedlichen Problemlagen zusammen. Nicht in einem anonymen Setting. Sondern in einem pädagogischen Rahmen, der Sicherheit, Verlässlichkeit und Entwicklung ernst nimmt.
Worum es in diesen Wohngruppen geht
Die koedukativen Intensivwohngruppen sind stationäre Hilfen für Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben können und eine intensive Betreuung brauchen.
Dabei geht es nicht um bloße Versorgung. Es geht um Schutz, Beziehung, Struktur und die Chance, wieder Schritte in Richtung Stabilität, Zugehörigkeit und Entwicklung zu gehen.
Fachlicher Rahmen
Diese Wohnform bewegt sich im Rahmen von § 34 SGB VIII. Dort geht es um Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht oder in einer sonstigen betreuten Wohnform. Für stationäre Einrichtungen sind außerdem die Voraussetzungen des § 45 SGB VIII relevant.
Für wen diese Wohngruppen gedacht sind
Nicht jede stationäre Hilfe passt für jede Situation. Diese Wohngruppen richten sich an Kinder und Jugendliche, die einen besonders verlässlichen und intensiven Rahmen brauchen.
Alter und Rahmen
Das Aufnahmealter liegt in der Regel zwischen 6 und 17 Jahren. In einer Gruppe leben bis zu 7 Kinder und Jugendliche zusammen.
Mögliche Hintergründe
Eine Aufnahme kann zum Beispiel bei Traumatisierungen, Bindungsstörungen, Beziehungsabbrüchen, sozialen Unsicherheiten, Entwicklungsverzögerungen oder psychischen und physischen Gewalterfahrungen sinnvoll werden.
Ziel der Hilfe
Ziel ist die ganzheitliche Förderung durch ein multiprofessionelles Team. Perspektivisch kann das die Rückführung in die Herkunftsfamilie sein oder die Befähigung zu einem eigenständigen, gelingenden Leben.
Was Kinder und Jugendliche hier bekommen
Diese Wohngruppen sollen nicht nur absichern. Sie sollen tragen, stabilisieren und Entwicklung möglich machen.
Schutzraum
Ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche zur Ruhe kommen, Sicherheit erleben und nicht ständig mit Unsicherheit allein bleiben.
Rund-um-die-Uhr-Betreuung
Verlässliche Begleitung über den ganzen Tag hinweg. Nicht punktuell, sondern im echten Alltag.
Psychische Stabilisierung
Maßnahmen, die dazu beitragen, innere Sicherheit, Orientierung und emotionale Stabilität wieder aufzubauen.
Soziale Integration
Begleitung dabei, Beziehungen zu erleben, Zugehörigkeit zu entwickeln und im Miteinander sicherer zu werden.
Alltag und Selbstfürsorge
Gesundheits- und Hygieneerziehung gehören genauso dazu wie eine alltagsnahe, verlässliche Struktur.
Stärken fördern
Individuelle Fähigkeiten sollen sichtbar werden. Nicht nur Schwierigkeiten. Deshalb fördern wir auch im sportlichen, musischen und praktisch-handwerklichen Bereich.
Entwicklung unterstützen
Dazu gehört auch die Förderung der Grob- und Feinmotorik sowie der Blick auf ganzheitliche Entwicklung.
Was diese Wohngruppen besonders macht
Diese Wohnform arbeitet mit zwei klaren Schwerpunkten: Traumapädagogik und tiergestützter Pädagogik. Beides soll nicht beeindrucken. Beides soll tragen.
Traumapädagogik heißt hier, Verhalten nicht vorschnell zu bewerten, sondern Geschichte mitzudenken. Sicherheit, Verlässlichkeit, Beziehung und ein verständlicher Alltag sind deshalb keine Nebensachen, sondern Grundlage.
Tiergestützte Pädagogik kann helfen, Beziehung anders erlebbar zu machen. Sie kann Ruhe, Wahrnehmung, Verantwortung und Kontakt unterstützen. Nicht als Wunderlösung. Sondern als tragfähiger pädagogischer Zugang, der Kindern und Jugendlichen andere Erfahrungen ermöglicht.
Dass die Wohngruppen an unterschiedlichen Standorten im Kreis Siegen-Wittgenstein liegen, macht außerdem deutlich: Nicht jeder junge Mensch braucht denselben Ort. Aber alle brauchen einen Rahmen, der wirklich passt.
"Entwicklung beginnt manchmal dort, wo ein junger Mensch zum ersten Mal wieder merkt, dass ein Ort nicht gegen ihn arbeitet."
Wie eine Aufnahme gedacht wird
Eine Aufnahme beginnt nicht mit einem verfügbaren Platz. Sondern mit der Frage, ob dieser Rahmen fachlich und menschlich wirklich passt.
Bedarf klären
Gemeinsam mit Jugendamt, Familie und weiteren Beteiligten wird eingeordnet, ob eine koedukative Intensivwohngruppe der passende Rahmen sein kann.
Situation verstehen
Nicht nur Daten und Diagnosen zählen. Sondern auch Geschichte, Belastungen, Ressourcen und die Frage, was ein Kind oder Jugendlicher jetzt wirklich braucht.
Passung prüfen
Die Wohngruppe soll nicht einfach füllen, was frei ist. Sondern tragen, was ansteht. Deshalb wird fachlich geprüft, ob die Passung gegeben ist.
Ankommen ermöglichen
Wenn eine Aufnahme erfolgt, geht es darum, Orientierung, Sicherheit und einen tragfähigen Alltag von Anfang an mitzudenken.
Ansprechpartner für die koedukativen Intensivwohngruppen
Wenn Sie Fragen zu diesen Wohngruppen, zu möglichen Aufnahmen oder zum passenden nächsten Schritt haben, ist Simon Terweiden der richtige Ansprechpartner.
Simon Terweiden
Geschäftsführer
Jetzt Jugendhilfe gGmbH
Im Storchennest 1a
57250 Netphen
Häufige Fragen zu den koedukativen Intensivwohngruppen
Sie möchten klären, ob diese Wohnform der passende Rahmen ist?
Wenn Sie Fragen zu Aufnahmen, zur Ausrichtung der Gruppen oder zum nächsten Schritt haben, sprechen Sie mit uns. Wir helfen dabei, Orientierung zu schaffen und Passung ehrlich zu prüfen.
Quellen und weiterführende Hinweise
Die fachlichen Einordnungen auf dieser Seite stützen sich auf aktuelle gesetzliche Grundlagen und auf die aktuellen Informationen von Jetzt Jugendhilfe zu diesen Wohngruppen.
- Aktuelle Beschreibung der koedukativen Intensivwohngruppen - Jetzt Jugendhilfe
- § 34 SGB VIII - Gesetzliche Grundlage für Heimerziehung und sonstige betreute Wohnformen
- § 45 SGB VIII - Voraussetzungen für die Betriebserlaubnis von Einrichtungen
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